I. Wer ist die Schufa - Was Speichert die Schufa-Holding


Der Begriff Schufa ist nur eine Abkürzung, hat sich aber seit Jahrzehnten in unseren Köpfen eingeprägt. Dabei steht das Wort für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Die Leistungen und der Umfang der Schufa gehen aber mittlerweile weit darüber hinaus. In Deutschland handelt es sich bei dieser Gemeinschaft mittlerweile um eine der größten, privatwirtschaftlichen Wirtschaftsauskunfteien. In der großen Auskunftsdatei werden seit Jahrzehnten Daten zu Verträgen und auch Personen gespeichert. Die Anfrage und Übermittlung dieser Daten erfolgt von den angeschlossenen Unternehmen. Hierzu gehören nicht nur Banken, die bei einem Kreditantrag automatisch eine Abfrage und Mitteilung an die Schufa geben, sondern auch Versandunternehmen, Handelsketten, Mobilfunkanbieter und selbst der Zahnarzt. Praktisch jeder, der seinen Kunden Zahlungsarten wie Rechnung, Lastschrift und zum Beispiel Raten anbietet. Mittlerweile ist es üblich, das auch der Zahnarzt bei aufwendigen Eingriffen, die nicht oder nur zum Teil von der Krankenkasse abgedeckt wird, eine Schufa Abfrage durchführt. Ob eine weitere Behandlung erfolgt, ist in diesem Fall von dem Ergebnis der Auskunft, also dem Score Wert, abhängig. Der Score Wert ist ein komplexes System, das von der Schufa seit langer Zeit geheim gehalten wird. Dafür erntet die Schutzgemeinschaft regelmäßig heftige Kritik, auch aus der Politik.

Gründung der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung wurde bereits 1927 ins Leben gerufen. Damals war sie aber noch weit von dem heutigen System entfernt. Alles begann zu der damaligen Zeit bei der BEWAG (Berliner Elektrizitätswerke AG). Einer der großen Stromversorger zur damaligen Zeit, der nicht nur Strom an private Haushalte verkaufte, sondern auch Elektrogeräte wie Kühlschränke und zum Beispiel Staubsauger auf Ratenkauf. Das Unternehmen kassierte damals die Raten direkt mit der Stromablesung bei einem Hausbesuch. Bankkonten, wie in der heutigen Form, gab es damals noch nicht.

 

Es war ein damals leitender Angestellte, der die Idee zu einer Auskunftsdatei entwickelte. Dr. Walter Meyer sah einen großen Bedarf für eine Bonitätsprüfung. Und die BEWAG war immer gut über die finanziellen Verhältnisse ihrer Kunden informiert. Zusammen mit seinem Bruder setzte Dr. Meyer mit dem Vorstand der BEWAG den Plan um. Es entstand im Laufe der Zeit ein zentrales Archiv, das alle Zahlungsstörungen von Kunden erfassen sollte, wodurch die Bonität bereits vor dem Abschluss eines Ratenvertrages geprüft werden konnte. Am 01.April 1927 nahm die Schufa zunächst in Berlin ihre Arbeit auf.

 

Ab 1930 erfolgten dann in weiteren Städten wie Köln, Hamburg und Düsseldorf weitere Gründungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Neuordnung durchgeführt. Alle bisherigen Gesellschaften gründeten die sogenannte Bundes-Schufa e.V. Der heutige Sitz der Schutzgemeinschaft entstand 1957 in Wiesbaden. Ganz interessant hierbei: Bis 1972 wurden alle Daten noch manuell in Papierform gespeichert. Erst ab 1972 wurde nach und nach eine EDV-gestützte Abfrage und Speicherung eingeführt. Heute kann eine Abfrage in Sekunden erfolgen. Dafür reicht ein Klick und das Unternehmen kann prüfen, ob der neue Vertragspartner über eine ausreichende Bonität verfügt.

Was speichert die Schufa außer einem Kredit noch?

Die Gemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung speichert heute zahlreiche Daten in Zusammenhang mit Verträgen und Bankgeschäften, die über das Maß der Dinge oft hinausgehen. So wird zum Beispiel auch die reine Anfrage auf eine Kontoeröffnung erfasst, unabhängig, ob diese tatsächlich später erfolgt. Ist das Konto eröffnet worden, wandelt sich der Datenbestand um, und zeigt nun die Daten zum Konto in der Schufa an. Das Gleiche passiert bei einer Kreditkarte, einem Internetanschluss, einem Mobilfunkvertrag oder einfach einer Ratenzahlungsvereinbarung bei einem Versandunternehmen, sofern dieses Mitglied der Schufa ist. Ebenso bei einer Kreditanfrage. Die Schufa speichert also ein Vielfaches an sachlichen Daten, die weder einen positiven noch einen negativen Bezug zum Zahlungsverhalten darstellen. Dieser Bestand ist aber maßgeblich für die spätere Score Berechnung. Neben den hier aufgeführten sachlichen Daten, werden aber auch negative Punkte erfasst. Dazu gehören Vertragsbrüche, Konto- und Kreditkündigungen, Mahnbescheide und sämtliche Vollstreckungsarten.

 

Die Schufa speichert alle Daten zur Person. Dazu gehören Namen, Vornamen, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift, sowie die jeweiligen Voranschriften.

 

Kurzüberblick – Das speichert die Schufa

 

· Personendaten und Wohnsitze

 

· Daten über Kontoeröffnung / Kreditkarten / Bürgschaften

 

· Kreditanfragen und Kreditvergaben

 

· Ratenzahlungs- und Leasingverträge

 

· Negatives Zahlungs- und Vertragsverhalten

 

· Vollstreckungsmaßnahmen / Insolvenzen

 

Jeder Bundesbürger ist damit in der Schutzgemeinschaft erfasst und wird regelmäßig neu eingetragen und durch den Score Wert immer wieder neu beurteilt, damit anfragende Unternehmen und Banken die Bonität besser beurteilen können. Wer hingegen einen Kredit ohne Schufa beantragt, umgeht das System. Der Vorteil: Der Kredit wird nicht in der Schufa erfasst, wodurch der Score Wert nicht belastet wird.